Die offizielle Route ist der Ausgangspunkt
Die Streckenführung mit Start- und Zielorten wird vor jeder Ausgabe veröffentlicht. Genauere Informationen zu Zufahrten und Sperrungen folgen oft erst kurz vor den Etappen. Planen Sie Ihre Reise deshalb anhand der bestätigten Route. Wer schon Monate vorher ein vermeintlich ideales Giro-Hotel bucht, ohne die gewünschten Etappen zu kennen, landet womöglich auf der falschen Seite eines Passes oder weit entfernt von der Rennstelle, die er eigentlich sehen wollte.
Für die meisten Besucher sind zwei oder drei Etappen in derselben Region reizvoller als der Versuch, dem Peloton jeden Tag nachzufahren. Sie könnten etwa einen Start in einer Stadt, eine Bergetappe und einen Zieleinlauf kombinieren, die mit Bahn oder Auto gut untereinander erreichbar sind. So müssen Sie nicht ständig das Hotel wechseln und haben auch noch Zeit, Italien jenseits der Strecke zu erleben.
Stadtetappe und Bergankunft sind zwei verschiedene Welten
Etappen in Städten sind für einen ersten Besuch meist unkomplizierter. Häufig bringt Sie der Zug nah an den Start oder ins Ziel, und Sie können später kommen, statt den ganzen Tag hinter einer Absperrung zu warten. In den Bergen ist die Atmosphäre oft intensiver, aber der Aufwand größer: Zufahrtsstraßen können schon Stunden vor dem Feld gesperrt werden, öffentliche Parkplätze liegen womöglich weit unterhalb des Anstiegs, und die letzten Kilometer sind nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar.
Zuschauen am Straßenrand ist meist kostenlos. Zwar gibt es an manchen Starts und Zielen besondere Hospitality-Angebote, doch das eigentliche Giro-Gefühl erlebt man oft mitten unter anderen Fans beim Warten auf die Werbekarawane und schließlich die Fahrer.
Bei Bergetappen bestimmen Straßensperren den Tag
Bei Bergetappen trügen die Entfernungen auf der Karte. Ein Hotel nur 15 Kilometer von der Strecke entfernt kann praktisch nutzlos sein, wenn die einzige Zufahrtsstraße schon frühmorgens gesperrt wird. Sobald die Verkehrspläne vorliegen, sollten Sie die Hinweise der Polizei, der Gemeinden und des Veranstalters lesen. Wer mit dem Auto kommt, muss oft weit weg von der Rennstrecke parken und deutlich länger laufen als an einem gewöhnlichen Besichtigungstag.
Bei Starts und Zieleinläufen in größeren Orten ist der Zug häufig die einfachere Wahl. Sie vermeiden damit auch das Problem, nach Rennende ein Auto aus einem abgesperrten Bereich holen zu müssen, während sich die Menschenmassen in Bewegung setzen. Wenn Sie mehrere Etappen besuchen, planen Sie die Weiterfahrt nach dem Rennen als eigenständigen Reiseabschnitt ein: Aus einem einzigen Tal können gleichzeitig Tausende Zuschauer abreisen.
Was Sie für lange Stunden am Streckenrand brauchen
Die Fahrer ziehen in wenigen Augenblicken vorbei, doch ein Tag beim Giro dauert oft viele Stunden. Nehmen Sie Wasser, Proviant, Sonnenschutz und Kleidung für wechselnde Temperaturen mit. Gerade in den Bergen kann sich das Wetter mit der Höhe stark verändern. Eine kleine Powerbank lohnt sich ebenfalls, denn Live-Zeiten und Streckenkarten beanspruchen den Handy-Akku über den Tag hinweg.
Wählen Sie einen sicheren Platz, an dem Sie die Fahrer nicht behindern. Bleiben Sie hinter vorhandenen Absperrungen, halten Sie Hunde unter Kontrolle und betreten Sie für Fotos niemals die Straße. An steilen Anstiegen kommt das Publikum den Profis oft besonders nah. Umso wichtiger ist es, ihnen genügend Platz auf der Fahrbahn zu lassen.
Mit dem Giro eine Region Italiens entdecken
Der Giro führt durch Gegenden, die sonst vielleicht gar nicht auf Ihrer Reiseroute stünden. Eine Etappe in den Dolomiten, im Piemont, in der Toskana oder im Süden Italiens lässt sich gut mit kleinen Orten, regionaler Küche und Ausflügen ins Umland verbinden. Sie müssen dem Zeitplan der Fahrer nicht jeden Tag hinterherjagen, um etwas vom Rennen und vom Land zu haben.
Lassen Sie rund um die Etappen, auf die Sie sich besonders freuen, mindestens einen freien Zeitblock. Wetter, Straßensperren oder geänderte Abläufe können Ihren Renntag durcheinanderbringen. Mit einem freien Nachmittag bleibt Ihnen Raum für das Reiseziel selbst, statt den gesamten Urlaub auf Transfers zu verwenden.
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